
Volksbanken-Hochzeit nimmt Gestalt an
Institute Minden-Hille-Porta und Petershagen vereinigen sich zur Volksbank Mindener Land - "Historische Chance".
Die genossenschaftliche Verlobung ist beschlossen, das Eheversprechen verkündet. Jetzt laufen die Vorbereitungen für die Hochzeit auf Hochtouren: Am 1. Januar 2011 geben sich die beiden Volksbank Minden-Hille-Porta und Petershagen das Jawort und vereinigen sich zur Volksbank Mindener Land.
Die Ehe wird "standesamtlich" endgültig vollzogen, wenn - wie erwartet - die Vertreterversammlungen im kommenden Frühjahr mit der erforderlichen Dreiviertel-Mehrheit zustimmen. Dann ist die Ehe rechtlich besiegelt und die Verschmelzung bekommt auch "technisch" den letzten Feinschliff, teilten gestern die vier Vorstände der beiden Institute in einem Pressegespräch in Petershagen mit. Dabei zogen Peter Scherf (42) und Dr. Klaus Michel (68) von der Voba Minden-Hille-Porta sowie Friedrich Schnittker (59) und Ulrich Ernsting (51) von der Voba Petershagen ein halbes Jahr nach Abschluss des Kooperationsvertrages ein erstes positives Fazit der Verlobung.
"Fusion bietet Chance, Synergien zu nutzen"
"Zwei starke Partner können mehr stemmen", spricht Schnittker von der richtigen Entscheidung zur richtigen Zeit. Das Zusammengehen zu einem noch stärkeren Institut sei auch vor dem Hintergrund eines zunehmend schärferen Wettbewerbs und spürbaren Drucks auf die Zinsspannen die richtige Antwort auf die Herausforderungen in einem stagnierenden Markt. Schnittker: "Um auch künftig dauerhaft die Finanzierung mittelständischer Kreditkunden sicherstellen zu können, müssen auch wir wachsen." Dabei lassen die Vorstände keinen Zweifel, dass mit der "Bündelung der genossenschaftlichen Kräfte in der Region" auch Einsparpotenziale ausgeschöpft, Kostenreduzierungen realisiert und Synergien gehoben werden sollen. Primäres Ziel sei es, so Scherf, einen Anstieg der Personal- und Sachkosten zu vermeiden. "Das wäre schon ein Erfolg." Bis 2013 soll die Chance der "altersbedingten Personalentwicklung" in beiden Häusern genutzt und die Zahl der Beschäftigten um rund 20 sinken.
Michel: Beide Institute verhandeln auf Augenhöhe
Auch in der größeren Einheit werde sich an der "räumlichen Nähe und Kompetenz vor Ort" nichts ändern, stellt Ernsting heraus. "Wir sind uns einig, dass die Präsenz in der Fläche erhalten bleiben muss." Gleichwohl werde man mit Blick auf das Filialnetz aufmerksam die Kundenströme beobachten und nach der Fusion überlegen, "was Sinn macht.". Um bei wichtigen Entscheidungen die Mitglieder einzubeziehen, planen beide Institute die Installation regionaler Beiräte. Ernsting: "Dieses Gremium ist unterhalb der Vertreterversammlung angesiedelt und soll die Interessen der Mitglieder gegenüber der Bank vertreten."Die Fusion sei eine historische Chance und biete "bei Licht besehen nur Vorteile für alle Seiten", betont der Mindener Interimsvorstand Michel, der zum Jahresende ausscheidet und als Ex-Manager der Münsteraner WL-Bank über viel Erfahrung bei genossenschaftlichen Fusionen verfügt. Beide Institute
verhandeln auf Augenhöhe, so Michel. "Mit der Verschmelzung wird die Volksbank Mindener Land ein größerer Dampfer, der auch bei stürmischer See besser standhalten kann."
In der Tat: Nach der Hochzeit entsteht im Altkreis Minden zwischen Wasserstraße und Möllbergen, zwischen Hille und Nammen ein Kreditinstitut, das künftig mit einer Bilanzsumme von gut einer Milliarde Euro zu den fünf größten Genossenschaftsbanken in der Region zählt und seine Marktposition im Mühlenkreis als Nummer zwei hinter der Sparkasse Minden-Lübbecke (2,3 Mrd. Euro Bilanzsumme) im Geschäftsgebiet stärkt.
Weitere Kennziffern der fusionierten Volksbank:
mehr als 66 000 Kunden, ein Kundenvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro, ein Eigenkapital von 65 Millionen Euro, 30 Geschäftsstellen, 275 Beschäftigte.
Und Michel deutet an, dass durchaus weitere Partner willkommen sind: "Andere sind herzlich eingeladen, an Bord zu kommen." Zum Hintergrund: Bereits zum Januar dieses Jahres fusionierten die Volksbanken Minden und Eisbergen, die gemeinsam auf eine Bilanzsumme von 210 Millionen Euro (2009) kommen. Laut Scherf gab es im Vorfeld Fusionsgespräche zwischen allen vier Banken. Man habe sich dann jedoch erst mal auf den Weg zu "Zwei plus Zwei" begeben.
Neue Bankleitzahl für Petershagen-Kunden
Zurück zur aktuellen Hochzeit. Nach der ersten "Kennlernphase" wachse augenblicklich viel gegenseitiges Vertrauen, hebt Scherf hervor. Alle Mitarbeiter seien in den Prozess eingebunden. Ziel sei es, die Fusion glaubwürdig und transparent zu gestalten. Das Personaltableau für Vorstand und erste Führungsebene steht bereits. So wird die Volksbank Mindener Land zunächst von einem Trio aus Ulrich Ernstring, Peter Scherf und Friedrich Schnittker geleitet. 2012 wird nach dem altersbedingten Ausscheiden von Schnittker das Duo Ernsting/Scherf die Bank führen.
Da die Bankleitzahl von der Voba Minden-Hille-Porta als größeres Institut für die neue Bank übernommen wird, müssen sich die Kunden der Voba Petershagen auf eine neue "BLZ" einstellen. Bis auf einige Ausnahmen können die Kunden aber die alten Kontonummern behalten. Die Zahl der Überschneidungen liege bei "unter zehn Prozent".
Copyright © Mindener Tageblatt 2010
Die Ehe wird "standesamtlich" endgültig vollzogen, wenn - wie erwartet - die Vertreterversammlungen im kommenden Frühjahr mit der erforderlichen Dreiviertel-Mehrheit zustimmen. Dann ist die Ehe rechtlich besiegelt und die Verschmelzung bekommt auch "technisch" den letzten Feinschliff, teilten gestern die vier Vorstände der beiden Institute in einem Pressegespräch in Petershagen mit. Dabei zogen Peter Scherf (42) und Dr. Klaus Michel (68) von der Voba Minden-Hille-Porta sowie Friedrich Schnittker (59) und Ulrich Ernsting (51) von der Voba Petershagen ein halbes Jahr nach Abschluss des Kooperationsvertrages ein erstes positives Fazit der Verlobung.
"Fusion bietet Chance, Synergien zu nutzen"
"Zwei starke Partner können mehr stemmen", spricht Schnittker von der richtigen Entscheidung zur richtigen Zeit. Das Zusammengehen zu einem noch stärkeren Institut sei auch vor dem Hintergrund eines zunehmend schärferen Wettbewerbs und spürbaren Drucks auf die Zinsspannen die richtige Antwort auf die Herausforderungen in einem stagnierenden Markt. Schnittker: "Um auch künftig dauerhaft die Finanzierung mittelständischer Kreditkunden sicherstellen zu können, müssen auch wir wachsen." Dabei lassen die Vorstände keinen Zweifel, dass mit der "Bündelung der genossenschaftlichen Kräfte in der Region" auch Einsparpotenziale ausgeschöpft, Kostenreduzierungen realisiert und Synergien gehoben werden sollen. Primäres Ziel sei es, so Scherf, einen Anstieg der Personal- und Sachkosten zu vermeiden. "Das wäre schon ein Erfolg." Bis 2013 soll die Chance der "altersbedingten Personalentwicklung" in beiden Häusern genutzt und die Zahl der Beschäftigten um rund 20 sinken.
Michel: Beide Institute verhandeln auf Augenhöhe
Auch in der größeren Einheit werde sich an der "räumlichen Nähe und Kompetenz vor Ort" nichts ändern, stellt Ernsting heraus. "Wir sind uns einig, dass die Präsenz in der Fläche erhalten bleiben muss." Gleichwohl werde man mit Blick auf das Filialnetz aufmerksam die Kundenströme beobachten und nach der Fusion überlegen, "was Sinn macht.". Um bei wichtigen Entscheidungen die Mitglieder einzubeziehen, planen beide Institute die Installation regionaler Beiräte. Ernsting: "Dieses Gremium ist unterhalb der Vertreterversammlung angesiedelt und soll die Interessen der Mitglieder gegenüber der Bank vertreten."Die Fusion sei eine historische Chance und biete "bei Licht besehen nur Vorteile für alle Seiten", betont der Mindener Interimsvorstand Michel, der zum Jahresende ausscheidet und als Ex-Manager der Münsteraner WL-Bank über viel Erfahrung bei genossenschaftlichen Fusionen verfügt. Beide Institute
verhandeln auf Augenhöhe, so Michel. "Mit der Verschmelzung wird die Volksbank Mindener Land ein größerer Dampfer, der auch bei stürmischer See besser standhalten kann."
In der Tat: Nach der Hochzeit entsteht im Altkreis Minden zwischen Wasserstraße und Möllbergen, zwischen Hille und Nammen ein Kreditinstitut, das künftig mit einer Bilanzsumme von gut einer Milliarde Euro zu den fünf größten Genossenschaftsbanken in der Region zählt und seine Marktposition im Mühlenkreis als Nummer zwei hinter der Sparkasse Minden-Lübbecke (2,3 Mrd. Euro Bilanzsumme) im Geschäftsgebiet stärkt.
Weitere Kennziffern der fusionierten Volksbank:
mehr als 66 000 Kunden, ein Kundenvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro, ein Eigenkapital von 65 Millionen Euro, 30 Geschäftsstellen, 275 Beschäftigte.
Und Michel deutet an, dass durchaus weitere Partner willkommen sind: "Andere sind herzlich eingeladen, an Bord zu kommen." Zum Hintergrund: Bereits zum Januar dieses Jahres fusionierten die Volksbanken Minden und Eisbergen, die gemeinsam auf eine Bilanzsumme von 210 Millionen Euro (2009) kommen. Laut Scherf gab es im Vorfeld Fusionsgespräche zwischen allen vier Banken. Man habe sich dann jedoch erst mal auf den Weg zu "Zwei plus Zwei" begeben.
Neue Bankleitzahl für Petershagen-Kunden
Zurück zur aktuellen Hochzeit. Nach der ersten "Kennlernphase" wachse augenblicklich viel gegenseitiges Vertrauen, hebt Scherf hervor. Alle Mitarbeiter seien in den Prozess eingebunden. Ziel sei es, die Fusion glaubwürdig und transparent zu gestalten. Das Personaltableau für Vorstand und erste Führungsebene steht bereits. So wird die Volksbank Mindener Land zunächst von einem Trio aus Ulrich Ernstring, Peter Scherf und Friedrich Schnittker geleitet. 2012 wird nach dem altersbedingten Ausscheiden von Schnittker das Duo Ernsting/Scherf die Bank führen.
Da die Bankleitzahl von der Voba Minden-Hille-Porta als größeres Institut für die neue Bank übernommen wird, müssen sich die Kunden der Voba Petershagen auf eine neue "BLZ" einstellen. Bis auf einige Ausnahmen können die Kunden aber die alten Kontonummern behalten. Die Zahl der Überschneidungen liege bei "unter zehn Prozent".
Copyright © Mindener Tageblatt 2010
